Visuelles Tagebuch

Die künstlerische Arbeit findet ihren Ursprung nicht erst im Atelier, sondern beginnt bereits bei der bewussten Beobachtung der Umwelt. Das tägliche Eintauchen in die Natur – dokumentiert in einem fortlaufenden „Tagebuch der Jahreszeiten“ – ist eine wesentliche Übung in Achtsamkeit und eine fortlaufende Studie über das Vergehen der Zeit.

Im Fokus stehen die kleinen, oft übersehenen Details des Wandels: das Erstarren der Vegetation im Frost, die Texturen verblühter Gräser oder die stille Melancholie winterlicher Landschaften. Diese Aufnahmen sind bewusste fotografische Impressionen, die ohne nachträgliche Bearbeitung auskommen. In ihrer Unverfälschtheit halten sie als visuelles Tagebuch genau jene Momente fest, die in ihrer rohen Form die konzeptionelle Basis für das weitere Werk bilden.

Der Rhythmus der Natur – das Werden, Sein und Vergehen – wird hierbei als Spiegelbild der eigenen Biografie und der darin investierten Zeit verstanden. Die fotografischen Notizen bewahren die Flüchtigkeit des Augenblicks, die später in der meditativen Langsamkeit der gestickten Arbeiten ihre Entsprechung findet. So fließen die unmittelbaren Beobachtungen der Außenwelt direkt in ein Werk ein, das die eigene Zeitlichkeit durch den intensiven Arbeitsprozess erfahrbar macht.

Visuelle diary

The artistic process does not begin in the studio, but with the conscious observation of the environment. A daily immersion in nature – documented in an ongoing "Diary of the Seasons" – serves as a vital exercise in mindfulness and a continuous study of the passage of time.

The focus lies on the small, often overlooked details of transformation: vegetation frozen in frost, the textures of withered grasses, or the quiet melancholy of wintry landscapes. These images are deliberate photographic impressions that require no post-processing. In their authenticity, they serve as a visual diary, capturing the very moments that, in their raw form, provide the conceptual foundation for the further work.

The rhythm of nature – of becoming, being, and passing – is understood as a reflection of one's own biography and the time invested within it. These photographic notes preserve the fleeting nature of the moment, which later finds its counterpart in the meditative slowness of the embroidered works. Thus, immediate observations of the world flow directly into a body of work that makes one's own temporality tangible through the intensive process of creation.